„Warten können“

"Wort zum Sonntag" in der Volksstimme und der Altmarkzeitung

03. Dezember 2017

 

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

 

Mir ist so der Sinn danach, am kommenden Dienstag Silvester zu feiern. Ich wollte meine Freunde einladen. Böller habe ich noch nicht, aber die Bowle kriege ich noch hin und ein leckeres Essen bereite ich gerne vor. Kein Problem. Ich freue mich schon drauf.

Aber einer meiner Bekannten wollte mir das Silvesterfest am kommenden Dienstag schon vermiesen. Ich war schon stocksauer. Er sagte, dass das jetzt noch nicht ginge. Alles hat seine Zeit. Das geht erst am 31.12.

Ist das wirklich so? Kann man nur dann Silvester gefeiern?

 

Morgen beginnt die Adventszeit! Es ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Das lateinische Verb „adveniere“ heißt übersetzt „ankommen“. Da will einer ankommen und wir bereiten uns auf den Advent von Jesus Christus vor. Seine Geburt feiern wir am 25.12. zur Stunde Null. Darum ist die Christmette in der ersten Stunde des Tages, die wir in manchen Orten schon auf 22 Uhr oder sogar auf 14 Uhr vorverlegt haben und dabei am Nachmittag, wenn die Sonne noch in meine Nase kitzelt, singen: Stille Nacht.

 

Bereits nach dem Verlesen des Weihnachtsevangeliums im Gottesdienst (Lukasevangelium Kapitel 2, Verse 1-14) wünsche ich den Menschen ein gesegnetes Weihnachtsfest und nicht erst am Ende des Gottesdienstes. Das Verlesen der Weihnachtsbotschaft macht das Fest zum Fest!

 

Alles, was wir jetzt im Advent tun oder lassen, kann uns zum eigentlich Kern von Weihnachten hinführen. Wenn jedes Mal nach der Weihnachtszeit gestöhnt wird, das es wieder sehr stressig war und man sich vorgenommen hat, im nächsten Jahr muss alles anders werden, dann haben wir jetzt die Möglichkeit diese Zeit neu einzuteilen.

 

Zur Stille-kommen und Warten-können müssen wir jetzt wieder lernen. Und es tut uns gut. Wir haben in Osterburg dienstags um 06:00 Uhr eine Roratemesse. Der Gottesdienst dauert 30 Minuten mit einem geistlichen Impuls. Nur bei Kerzenschein wird dieser Gottesdienst gefeiert. Wir erleben besonders die Dunkelheit und warten auf das Licht von Weihnachten. Anschließend gibt es Frühstück im Gemeindehaus. Wir singen nur Adventslieder und lassen die Weihnachtslieder auf den Cds aus. Wir sprechen von Adventsfeiern und haben noch keine Weihnachtsfeiern.

 

Eigentlich machen wir es so wie mit Silvester. Alles hat seine Zeit. Und wir freuen uns drauf! Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Advent!

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