„Das Wesentliche ist unsichtbar!“

"Wort zum Sonntag" in der Volksstimme und der Altmarkzeitung

08. Oktober 2017

Lieber Leser!

„Das Wesentliche ist unsichtbar“ - so heißt ein Satz im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Dieser schöne Satz passt heute nicht so richtig in unsere Gesellschaft, denn viele Menschen möchten ja gerade auffallen.  Und das muss sichtbar sein.

Verrückte Frisuren, eigenwillige Kleidungen oder auch durch tiefgelegte Schlitten – das ist oft angesagt. Manche Eltern suchen für ihre Kinder besondere Namen. Wenn man sie hört, weiß man manchmal nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

Viele Menschen haben den Eindruck, dass sie nur dann etwas sind und bedeuten, wenn sie wesentlich sichtbar auffallen. Denn Schrillsein und Auffallen ist heute angesagt. Man kann es gut an der Werbung sehen.

 

Nun haben nicht alle den Mut, die Geduld, die Ideen oder auch das notwendige Geld um so aufzufallen. Man muss jetzt nicht unruhig werden und Minderwertigkeitskomplexe haben. Denn Saint-Exupéry hat recht mit seinem Satz, dass das Wesentliche des Menschen unsichtbar ist. Es kommt nicht immer auf das Äußere an!

 

Viel wichtiger im Leben sind die inneren Werte, die einen Menschen liebenswert machen können. Froh und zufrieden werde ich nicht, wenn ich mir alles kaufen kann und wenn alle auf mich schauen. Froh und zufrieden werde ich, wenn ich spüre, von anderen Menschen geliebt und geachtet zu werden. Meine persönlichen Einstellungen und Werte sind es, die mir helfen, das Leben zu meistern. Wichtig ist nicht immer unbedingt der Besitz von materiellen Gütern, die oft zu schnell vergehen und abgenutzt werden. Wichtiger sind mir innere Werte, für die es zu leben gilt. Es sind Lebensmaxime, an denen ich mein Leben fest mache. Sie geben mir Halt und Zuversicht. Wer solche Werte für sich gefunden hat, hat Wesentliches gefunden. Danach kann ich dann handeln und reden. Und diese Handlungen und Worte werden dann nicht lange verborgen bleiben.

 

Eine Mutter Teresa aus Kalkutta (†1997) hat nicht viele Worte gemacht, um geachtet zu werden. Sie hat nach dem christlichen Glauben gelebt. Mutter Teresa hat den Ärmsten in Kalkutta einfach geholfen. Und ihr haben sich viele Menschen angeschlossen, um es ihr gleich zu tun. Das war das Wesentliche für sie. Und sie war glücklich.

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