Und wo haben Sie ihre Wurzeln?

 

Worte aus der Kirche zum 06.01.2020 (Epiphanie)

Volksstimme und Altmarkzeitung

Liebe Leser!

„Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen,

von Jesse kam die Art.“ 

 

Dieses schöne Weihnachtslied konnten wir auf den Weihnachtsmärkten in den letzten Wochen oft hören. Und es ist bestimmt auch in den Gottesdiensten oder auch vielleicht bei Ihnen zu Hause gesungen oder musiziert worden.

Dieses Lied spricht von Jesse. Es ist der hebräische Personenname von Isai. Er war der Vater von David. Aus diesem Geschlecht, aus dieser Art, wurde der Messias Jesus Christus erwartet.

 

Aber in diesem Lied ist auch von einer Wurzel die Rede. Aus ihr entspringt die Rose. Wir nennen sie Jesus Christus.

Die Wurzel ist zu einem Symbol für die Adventszeit geworden. In unserer Osterburger Kirche St. Josef steht jedes Jahr so eine Wurzel im Altarraum, und es gibt sie auch in vielen anderen Kirchen. Meistens wird dann zu Heiligabend eine Rose dazugestellt.

 

Nicht nur in diesem Lied der Weihnachtszeit, sondern auch im Neuen Testament wird auf die Wurzel Bezug genommen. Der Prophet Jesaja sagt: „An jenem Tag wächst aus dem Baumstumpf Isais ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.“ (Jesaja 11,1)

 

Wo haben Sie Ihre eigentlich Ihre Wurzeln? Es lässt sich einfach gut nachdenken, was meine Wurzeln sind, aus denen ich lebe. Viele Katholiken sind nach dem Krieg aus Schlesien oder dem Sudetenland hier in die Altmark geflüchtet. Sie sagen mir, dass ihre Wurzeln dort liegen. 

 

Aber es geht nicht nur um heimatliche Wurzeln! 

Wo sind meine geistigen Wurzeln? Ich bekenne mich als Christ und habe hier meine geistigen Wurzeln. Die Worte Jesu: „Liebt einander!“, „Einer trage des anderen Last!“ oder „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ lassen mein Leben in einem anderen Licht erstrahlen. Sie geben mir Orientierung aber auch Trost und Hoffnung in schwierigen Situationen. Ich bin froh, solche Wurzeln zu haben.

 

Aber was glaubt einer, der nicht glaubt? Er muss doch auch an irgendetwas glauben und sein Leben irgendwo festmachen? Nur einfach an die Familie zu glauben ist zu wenig. Auch die kann mal kaputtgehen oder enttäuschen!

 

Das Hochfest Epiphanie am 06. Januar zeigt uns, dass die drei Sterndeuter etwas gesehen haben, was für sie lebensnotwendig ist. Sie sind aufgebrochen, um den neugeborenen König zu suchen. Und ihm mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu huldigen! Sie haben die Wurzel ihres Lebens gefunden. 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Festtag!

  • Facebook Social Icon