"Von Mozarts "Fragmenten" zur Frohen Botschaft!"

Worte aus der Kirche - 12. Januar 2019

Volksstimme und Altmarkzeitung

Liebe Leser!

In Berlin konnte ich in der Deutschen Oper vor einiger Zeit ein bemerkenswertes Stück sehen. Es hieß „Fragmente“. Ausnahmsweise wurden nur Fragmente aus Mozarts Schaffen gespielt. Es waren Stücke, die man wohl nie wieder zu hören bekommt. 

Da gab es als äußerlichen Rahmen die Oper „Die Gans von Kairo“, die nur aus einem Akt bestand, weil Mozart mit dem Ende des Textbuches nicht einverstanden war. Da gab es einen Ausschnitt aus dem Requiem, das Mozart nicht zu Ende komponieren konnte, weil er darüber starb. Klavierstücke von 11 Takten Länge oder Melodiestimmen von neun Takten - sie wurden irgendwann aufgezeichnet. Keiner kennt den Grund, warum sie nicht zu Ende komponiert wurden. Sie blieben ein Fragment. 

 

Aber was hätte daraus werden können, wenn sie das Licht der Welt gesehen hätten. Sie wären wie die anderen Stücke umjubelt und bis heute in den Opernhäusern und Konzertsälen gespielt worden.

Die Kostüme an diesem Abend, die Gesichter und die Bühne dieses Opernabends waren in aschgrau gehüllt. Die Asche erinnerte mich an den Aschermittwoch, wo jeder Gottesdienstbesucher ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekommt. Es erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen. 

Und so sollte dieser Opernabend mit seinen Fragmenten an die Gebrochenheit des Menschen erinnern. Mal sind wir gesund, ein anderes Mal wieder krank. Arbeitslosigkeit und Arbeit können sich genau so ablösen, wie Freundschaften, die plötzlich entstehen oder vergehen. Wir erleben uns nie ganz vollkommen, sondern wir sehnen uns immer wieder nach Heil, Glück und Geborgenheit.

 

Der Opernabend klang aus, in dem das Licht auf der Bühne langsam verlöschte. Und plötzlich wurde in die Dunkelheit der Bühne ein Klavierstück von drei Minuten, das Mozart bis zum Ende komponiert hatte, gespielt. Die Botschaft war klar: Am Ende muss nicht alles ein Fragment bleiben.

Sie hat mir vermittelt, dass am Ende nicht alles aus sein muss. Am Ende steht nicht die Dunkelheit und das Fragment meines Lebens. Am Ende steht für mich christlichen Menschen der Himmel, wo das Gebrochene geheilt wird. Ich falle am Ende nicht in ein dunkles Loch, sondern werde von den Händen Gottes getragen. 

Diese Botschaft kann mir in meiner Traurigkeit und in meiner Angst neue Lebenskraft geben. 

Vieles ist leichter zu ertragen, was nicht abgewendet werden kann. Die Hoffnung auf Leben, die Jesus uns Menschen gebracht hat, gibt Kraft.

Jesus sagt es selber: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Zu dieser Ganzheit sind wir unterwegs.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

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