„Lebe im Hier und Jetzt“

"Wort zum Sonntag" in der Volksstimme und der Altmarkzeitung

18. Oktober 2015

Lieber Leser!

Es gibt manchmal Worte oder Sätze, die lassen einen nicht wieder los. Bei Anthony de Mello (+ 1987 in Indien, Jesuit, Philosoph, Psychologe) habe ich so einen Satz vor kurzem gelesen: Sei da, wo du bist, und zwar voll und ganz.

Es gibt Menschen, die sind nie glücklich. Sie leben entweder nur in der Zukunft oder nur in der Vergangenheit.

Und es gibt Menschen, die denken nur an das Morgen. Sie sagen: Wenn ich Rentner bin habe ich viel Zeit. Dann werde ich verreisen, dann sammle ich Briefmarken, dann werde ich Bücher lesen und dann lerne ich Klavierspielen.

 

Dabei vergessen sie, das die körperliche Gesundheit nachlässt. Sie können nicht mehr richtig laufen, haben kein Gefühl mehr in den Fingern und können nicht mehr richtig sehen und hören.

Es gibt aber auch Menschen, die denken nur an das Gestern und sind immer unglücklich. „War das früher schön“ kann man immer wieder hören. Und sie reden immer nur von der „guten alten Zeit“.

Sie sind mit sich selber nicht zu frieden und können den anderen das Leben heute schwer machen. Nichts kann man ihnen Recht machen.

 

Sir Peter Ustinov hat einmal sinngemäß gesagt: Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns zehn Jahren zurück sehnen und sagen „War das früher schön“. Aber wie sollen dann diese Menschen froh und glücklich sein, wenn sie jetzt nicht glücklich sind?

 

Im Hier und heute leben! Darum ist es auch eine Kunst im Hier und heute zu leben. Jeden Tag dankbar zu sein und sich zu freuen: über die schönen bunten Herbstblätter, über den Duft der Astern, das man im Frieden wieder aufwachen kann, dass man heute ein Dach über dem Kopf wieder hat ... Das ist nicht selbstverständlich, wenn man die vielen Flüchtlinge aus Syrien sieht.

 

Für mich ist es ein sehr wichtiges und ein festes Ritual am Morgen: dankbar sein und sich freuen können über den neuen Tag! Bewusst mit einem Kreuzzeichen oder einem Gebet den Tag beginnen können! Sich freuen, das man wieder einen neuen Tag von Gott geschenkt bekommen hat. Und das es nicht zufällig nur ist, das ich heute lebe.

 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

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